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Weidenrinde – Anwendung, Wirkung, Studien | Wo kaufen?

Wundermittel oder Abzocke?

Überblick

Die Weidenrinde ist ein natürliches Schmerzmittel mit nachgewiesener Wirkung. Ein Aufguss mit ihr als Tee ist im Effekt vergleichbar mit einer milden Aspirin Tablette. Jedoch greift ein Weidenrindentee den Magen bei Weitem nicht so stark an, wie es beim Aspirin der Fall ist. Darüber hinaus lässt sich die Weidenrinde auch für rheumatische Beschwerden und zur Fiebersenkung verwenden. Ihr Einsatz ist auch für Tiere gut geeignet.

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Anwendung und Wirkung

Weidenrinde als Schmerzmittel für Pferde

Die Vergabe von Schmerzmitteln an Pferde ist eine recht heikle Angelegenheit. Jedes geeignete Schmerzmittel, einschließlich der Weidenrinde, hat eine gute Wirkung bei Pferden. Solange die Schmerzen des Tieres in einem unbelasteten Teil des Körpers sitzen, ist die Vergabe von Schmerzmitteln auch unproblematisch. Schwierig wird es aber, wenn das Tier die Schmerzen unter Last hat. Bei Pferden betrifft dies vor allem arthritische Beschwerden oder die so genannten „Hufrehe“. Diese Krankheit befällt die Hufe der Pferde und sorgt bei jedem Tritt für Schmerzen. Die natürliche Reaktion des Pferdes ist dann, den Huf nicht mehr so stark zu belasten. Das ist auch sinnvoll, weil dies die Heilung fördert. Wenn das Pferd aber durch die Weidenrinde den Warnschmerz nicht mehr verspürt, dann läuft das der Heilung entgegen. Der Einsatz von Schmerzmitteln aller Art, einschließlich der Weidenrinde, sollte daher stets mit dem Tierarzt abgesprochen sein.

Katzen und Hunde sprechen auf Weidenrinde ebenfalls gut an. Da diese Tiere wesentlich leichter sind als Pferde, ist ihre Vergabe in der Regel unproblematisch. Die Weidenrinde wird von den Tieren gut vertragen. Eine Rücksprache mit dem Tierarzt schadet aber nicht.

 

Weidenrinde selber sammeln

Beim Weidenrinde selber sammeln ist etwas Vorsicht geboten. Manche Weidenarten sind streng geschützt. Ein Wildschnitt an diesen Bäumen kann mit einem Bußgeld belegt sein. Zum Sammeln von Weidenzweigen, um daraus Weidenrinde zu gewinnen sind folgende Sorten gut geeignet:

  • Purpurweide
  • Silberweide
  • Bruchweide

Vor allem die Silberweide ist als so genannte „Kopfweide“ häufig in Parks oder als Zierbaum anzutreffen. Im unbelaubten Zustand sind dies fürchterlich hässliche Bäume. Man erkennt sie an den dicken, oktopusartig nach allen Seiten wachsenden Äste, die in den typischen dicken Knoten enden. Aus diesen Knoten sprießen jedes Frühjahr die dünnen Weidenzweige, welche dann im späteren Verlauf des Jahres die Blätter tragen. Am Rand von Feldern findet man die nicht weniger hässlichen Weiden, die eigentlich nur aus einem dicken Stamm bestehen, an dessen Ende buschartig die Weidenzweige heraus wachsen. Auch diese können Sie gut für Tees verwenden. Für den privaten Jahresvorrat sind nur eine Handvoll Zweige notwendig. Bei Anfrage mit der Parkverwaltung ist das Schneiden von ein paar Zweigen in der Regel unproblematisch. Die beste Zeit zum Schneiden und Sammeln von Weidenzweigen ist das Frühjahr, bevor die Äste Blätter oder Knospen tragen. Die Zweige sollten aber zwei bis drei Jahre alt und entsprechend dick sein. Sonst haben sie zu wenig verwendbare Rinde.

Zum Schälen der Zweige ist ein scharfes Messer, beispielsweise ein Teppichcutter, ideal. Damit wird die Rinde der Länge nach von den Zweigen abgeschält. Sie werden auf Stücke von ca. 30 cm gekürzt und anschließend auf ein Backblech gelegt. Bei 40° lassen Sie die Rindenstücke dann im Backofen zwei bis drei Stunden lang trocknen, bis sie alle Feuchtigkeit verloren haben. Anschließend schneiden Sie die Rindenstücke so klein, dass sie in ein Schraubglas passen. Dies wird an einem dunklen Ort gelagert. Wenn Sie sich einen Weidentee kochen wollen, nehmen Sie nur so viel Rindenstücke wie Sie gerade brauchen. Diese geben Sie in eine Küchenmaschine und hacken Sie sie zu einer feinen Teekörnung. Aus diesem lässt sich dann ein Tee für die innere oder äußere Anwendung kochen.

Nebenwirkungen

Bei Überempfindlichkeit oder im Übermaß genossen, kann ein Weidenrindentee eine Übelkeit auslösen. Diese Unempfindlichkeit sollte den betroffenen Personen aber bereits vorher bekannt sein: Sie vertragen dann meistens auch das Aspirin sehr schlecht. Wie bei jedem Naturprodukt, kann es auch zu allergischen Reaktionen auf Weidenrinde kommen. Diese äußert sich dann durch leichten Ausschlag und etwas Juckreiz. Ein Allergietest schafft dann Klarheit, woher diese Beschwerden stammen können.

Weitaus problematischer sind jedoch die Wechselwirkungen mit Medikamenten und Weidenrinde. Weidenrinde hat, trotz seines Aspirin-ähnlichen Wirkstoffs Salicylsäure, kaum gerinnungshemmende oder Blut verdünnende Eigenschaften. Jedoch kann sie die Wirkung von Gerinnungshemmern verstärken. Gleiches gilt für Zucker senkende Medikamente. Umgekehrt kann es zu einer Hemmung von Mitteln kommen, welche die Harnsäureausscheidung (die so genannten Gichtmittel) fördern sollen. Damit ist Weidenrinde für Patienten mit Nierenleiden nicht gut geeignet.

Keinesfalls sollte Weidenrindentee zusammen mit Ibuprofen oder Aspirin eingenommen werden. Es steigert das Risiko von Magenblutungen enorm. Jedoch empfehlen wir, den Weidenrindentee anstelle von Aspirin oder Ibuprofen auszuprobieren. Er kann die gleiche Wirkung haben, gleichzeitig ist er aber wesentlich schonender für den Magen als die klassischen Schmerzmittel.

Werdenden Müttern ist die Einnahme von Weidenrindentee im letzten Drittel der Schwangerschaft nicht empfohlen. Diese Warnung sollte man keinesfalls ignorieren. Es wurden schon Fehlbildungen am Fötus festgestellt, welche auf die Einnahme von Weidenrinde zurückgeführt werden konnte. Während der Stillzeit sollten Sie ebenfalls auf Weidenrindentee verzichten.

Weidenrinde kaufen

Weidenrinde ist eine der vielseitigsten Naturheilmittel, die es auf dem Markt gibt. Es lässt sich zu zahlreichen Produkten verarbeiten. Grundsätzlich lässt sich diese Produktvielfalt in „verarbeitete“ und „unverarbeitete“ Produkte unterscheiden.

Weidenrinde wird in folgenden Darreichungsformen angeboten:

  • Kapseln, Dragees und Tabletten
  • Gemahlenes Pulver
  • Geschnittene Stücke
  • Kombinationspräparate (z.B. mit Weihrauch oder Teufelskralle)
  • Tinkturen
  • Homöopathische Globuli
  • Extrakte
  • Sprays
  • Tee
  • Shampoo und Spülung
  • Fußbad
  • Peeling
  • Balsam
  • Massageöl

Die geschnittenen und vor allem gepulverten Rohprodukte eignen sich besonders für Heimanwendungen oder als Zusatz für Tierfutter. Kapseln, Dragees und Tabletten sind für die innerliche Anwendung ausgelegt. Sie sind höher dosiert und damit vorsichtiger zu genießen als beispielsweise Tees. Doch auch bei Tees sollten die Gegenindikationen (Schwangerschaft, Wechselwirkungen mit anderen Präparaten) beachtet werden. Bei den äußerlichen Anwendungen wie Sprays, Balsams, Massageöls oder Shampoos besteht hingegen praktisch keine Gefahr von Nebenwirkungen, sofern keine Allergie vorliegt. Das macht die Weidenrinde für Menschen und Tiere zu einem sehr sicheren und natürlichen Präparat.

 

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Weidenrinde Erfahrungen

Weidenrinde ist ein seit vielen Jahrtausenden eingesetztes Naturheilmittel. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Es wird nach wie vor als Schmerzmittel und zur Senkung von Fieber oder zur Bekämpfung von Haarläusen eingesetzt. Entsprechend sind die Erfahrungen mit Weidenrinde größtenteils sehr positiv. Die potenten Eigenschaften von Weidenrinde lösen aber durchaus Probleme aus. Dann liegt aber meistens eine Kontraindikation oder eine falsche Anwendung vor. Korrekt angewendet, ist Weidenrinde ein mildes, natürliches Schmerzmittel.

 

Besonders interessant sind die Kombinationspräparate, die mehrere Naturheilmittel miteinander verbinden. Hier hat die Naturheilmittel-Industrie sehr potente Kombinationen heraus gebracht, die ihre Wirkungen in perfekter, schonender und harmonischer Weise miteinander verbinden.  Mit diesen Kombi-Präparaten lassen sich sehr gut mehrere Beschwerden gleichzeitig behandeln oder ein Symptom auf natürliche Weise von verschiedenen Seiten angehen.

Dosierung, Einnahme und Lagerung

Die empfohlene Tagesdosis von Weidenrinde (gepulvert) sind maximal 3 Gramm am Tag. Grundsätzlich sollten Sie sich immer an den Verpackungsbeilagen oder dem Rat Ihres Arztes orientieren. Weidenrinde ist sehr potent, darum sind die Dosierempfehlungen stets einzuhalten.

Empfehlungen zur Lagerung betreffen vor allem die gepulverten und geschnittenen Weidenrinden-Produkte und die Tinkturen. Diese sind trocken, luftdicht und an einem dunklen Ort aufzubewahren. Dann ist eine Haltbarkeit von ca. 2 Jahren gewährleistet. Einmal geöffnet, sollte die Weidenrinde bei jedem Gebrauch durch Riechen auf Fäulnis oder Schimmelbildung untersucht werden

Was ist Weidenrinde?

Weidenrinde ist die Rinde des Weidenbaums. Weiden sind eine Pflanzengattung, die den Übergang vom Busch zum Baum markiert. Manche Weidenarten wachsen zu ca. 5 Meter hohen Büschen mit einem dichten Werk aus etwa fingerdicken Zweigen. Andere Weidenarten, beispielsweise die Trauerweide, wachsen zu großen Bäumen mit charakteristischem Ast- und Blattwerk heran. Die Weidenrinde wird vom geschlagenen Baum oder Ast abgeschält und zu Arzneimitteln verarbeitet. Anders, als bei vielen Naturheilmitteln, besteht bei der Weidenrinde kein Zweifel an ihrer Wirksamkeit: Der Wirkstoff in der Weidenrinde ist die Salicylsäure. Dies ist der Grundstoff von Aspirin, dem berühmtesten Medikament der Welt. Entsprechend lässt sich die Weidenrinde zur Bekämpfung von Schmerzen und Fieber einsetzen. Die übliche Darreichungsform von Weidenrinde ist ein Sud oder ein Tee. Dem Aspirin gegenüber hat ein solcher Tee den Vorteil, dass er wesentlich besser verträglich für den Magen ist. Interessant an der Wirkung von Weidenrinde als Schmerzmittel ist außerdem, dass es die Wirkung der gleichen Menge Salicylsäure übertrifft. Man geht daher davon aus, dass die weiteren Inhaltsstoffe der Weidenrinde die Wirkung unterstützen und verstärken.  Das ist allerdings nicht immer gewünscht. Wechselwirkungen mit Weidenrinde und anderen Medikamenten sind nicht ausgeschlossen und sollten deshalb vor der Einnahme stets bedacht werden.

Weidenrinde kann in der Natur gesammelt werden. Dazu sind jedoch Genehmigungen erforderlich. Die Weidenbäume stehen teilweise unter strengem Naturschutz oder befinden sich in Privatbesitz. Hier sollten Sie kein Risiko eingehen, sondern sich stets absichern. Für einen ausreichenden Jahresvorrat genügen jedoch 3-4 Zweige, die maximal drei Jahre alt sind.

Weidenrindentee herstellen

Weidenrindentee wird nicht wie Minztee oder schwarzer Tee einfach aufgegossen. Die zerkleinerten, getrockneten Weidenrindenstücke werden fünf Minuten lang in kochendem Wasser ausgekocht. Anschließend wird der Tee abgeseiht und nach Belieben gesüsst. Je nach Typ von Anwender, kann der Weidenrindentee ein sehr gutes Mittel gegen Kopfschmerzen und sogar Migräneattacken sein. Weidenrindentee lässt sich problemlos auch kalt genießen.

Fazit: Weidenrindentee vor dem Aspirin

Trotz seiner enormen Popularität ist Aspirin keineswegs ein unumstrittenes Medikament. Obwohl es im Grunde nur aus einer Kombination von Birkenrinde und Essigsäure besteht, kann es zu massiven Magenproblemen bis hin zur Bildung von Geschwüren führen. Die Statistiken über die Folgen des massenhaften Gebrauchs von Aspirin sind erschreckend: Nach einer schwedischen Studie aus dem Jahr 2009 wird die Anzahl der durch die übermäßige Anwendung von Aspirin zu Tode gekommenen Menschen auf 58000 weltweit geschätzt – Tendenz steigend. Eine Ursache ist, dass viele ältere Personen glauben, durch die tägliche Einnahme von Aspirin einem Schlaganfall oder Herzinfarkt vorbeugen zu können. Obwohl Aspirin tatsächlich eine Blut verdünnende Wirkung hat, ist diese Schutzfunktion inzwischen durch offizielle Studien widerlegt.

Weidenrindentee ist in der gewünschten Wirkung mit einer milden Aspirintablette vergleichbar. Wer lediglich unangenhme Kopfschmerzen oder ein leichtes Fieber bekämpfen möchte, der kann sich deshalb mit der Tasse Weidenrindentee den größeren Gefallen tun als mit der Aspirintablette. Dragees und Kapseln sind natürlich statthafte Alternativen zum Tee – nur bringt man sich damit um das intensive Geschmackserlebnis, welcher von diesem Naturheilmittel geboten wird. Vor allem, wenn Weidenrindentee mit Waldhonig gesüsst wird, hat man eine sehr interessante Erweiterung des eigenen Geschmacksspektrums erfahren.

Unsere Empfehlung lautet daher: Bevor zum Aspirin gegriffen wird, sollte zur akuten Schmerzbekämpfung zunächst eine Tasse Weidenrindentee getrunken werden. Die Wirkstoffe sind praktisch identisch, nur ist der Tee wesentlich schonender für den Magen. Ein Nachteil vom Tee ist, dass die Wirkung etwas länger braucht, bis sie einsetzt. Bei korrekter Anwendung muss man mit ca. 30 Minuten Dauer rechnen, bis die Kopfschmerzen abklingen. Dafür ist die Wirkung ohne Begleiterscheinungen und hat einen nachhaltigen Effekt.

 

Wer schreibt hier...
Autor

Autor

Herbert Havera ist Autor und beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit der Thematik Ernährung/ Gesundheit. In seiner Recherche sind mehrere Stunden an Arbeit geflossen bzw. stehen wir generell im engen Kontakt mit Forschungseinrichtungen, Mediziner und Anwendern. Dank der wertvollen Informationen aus unserem Netzwerk, sind wir in der Lage stets fundierte Informationen rund um Heilmittel bieten, die uns die Natur freiwillig anbietet. Der enorme Vorteil von Naturheilmitteln ist, dass sie meistens frei von Nebenwirkungen sind. Dennoch dürfen sie nicht hemmungslos konsumiert werden. Wir klären Sie darüber auf, welche Tagesdosis unbedenklich, ideal und nicht mehr gesund ist. Denn wie Paracelsus schon sagte: „Nichts ist Gift, alles ist Gift – alleine die Dosis macht das Gift“.  Wir bieten Ihnen Informationen stets nach einer fundierten Recherche. Wir forschen intensiv nach den neuesten Studien, in denen sich die Naturheilmittel unter strengen Tests bewähren mussten. Und wo sich ein angepriesenes Mittel nachweislich als Mummenschanz und Quacksalberei entpuppt hat, lassen wir Sie das ebenfalls wissen. 

Quellenangabe

 Jörg Mildenberger: Anton Trutmanns ‚Arzneibuch‘, Teil II: Wörterbuch. Würzburg 1997, Band V, S. 2285.

Almut Bick: Die Steinzeit. Theiss WissenKompakt, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-1996-6.

D. Grosser, W. Teetz: Weide. In: Arbeitsgemeinschaft Holz e.V. (Hrsg.): Einheimische Nutzhölzer (Loseblattsammlung). Nr. 15. Informationsdienst Holz, Holzabsatzfond – Absatzförderungfonds der deutschen Forst- und Holzwirtschaft, 1998, ISSN 0446-2114.

Salix bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 13. Dezember 2018.