Echinacea – Wirkung, Anwendung, Studien | Wo kaufen?

Wundermittel oder Abzocke?

Die Echinacea ist eine der bekanntesten Heilpflanzen. Sie ist so beliebt, dass sogar die Pharma-Industrie auf sie aufmerksam geworden ist. Sie wird intensiv beworben und zu zahlreichen Präparaten verarbeitet. Das sollten Hinweise genug auf eine positive Wirksamkeit dieses Naturheilmittels sein. Die Studien sprechen jedoch eine andere Sprache: Der eindeutigen Beweis einer Wirksamkeit von Echinacea steht jedoch noch aus

Anwendung und Wirkung

Bei Tieren

Den kritischen Stimmen der offiziellen Studien steht gegenüber, dass Echinacea sogar bei Tieren mit Erfolg eingesetzt wird. Diese Heilpflanze wird als genereller Immunverstärker gehandelt. Sie soll die Produktion der weißen Blutkörperchen stimulieren und damit die körpereigene Abwehr steigern. Dieser Effekt ist auch bei Tieren, vor allem bei Säugetieren, anwendbar. Viele Besitzer von Hunden, Katzen und Pferden konnten von positiven Effekten bei der Anwendung von Echinacea berichten. Begonnen werden soll die Behandlung bei den ersten Anzeichen einer Infektion. Als Dosis gilt bei Tieren die Faustregel „0,3 Gramm pro 10 kg Körpergewicht“. Sofern aber keine Allergie gegen Sonnenhut-Pflanzen besteht, ist kaum eine Überdosierung möglich. So kann stets mit einer Mindestdosis von 0,5 – 1 Gramm gearbeitet werden, gleichgültig wie schwer das Tier ist.

 

Zur Immunstärkung beim Menschen

Echinacea wird beim Menschen vorwiegend zur Steigerung der Abwehrkräfte eingesetzt. Wie bei den Tieren gilt auch beim Menschen das spätestens dann mit der Behandlung begonnen werden soll, wenn die ersten Anzeichen einer Infektion vorliegen. Die Erfahrungswerte sind hier sehr unterschiedlich. Die meisten sprechen aber davon, dass der Krankheitsverlauf sowohl verkürzt als auch abgemildert wird.

 

Bei Erkältung

Die Erkältung ist der klassische Fall für eine Echinacea-Kur. Viele Anwender, die bereits Erfahrungen mit Echinacea gemacht haben, entscheiden sich daher für eine prophylaktische Kur vor Beginn der Erkältungssaison. Im Spätherbst, wenn die Tage kälter und nässer werden, fangen viele damit an, regelmäßig Echinacea einzunehmen. Das können wir durchaus empfehlen. Dennoch: Eine Echinacea-Kur ersetzt in keinem Fall eine Grippeimpfung. Damit sind Sie noch am besten gegen eine schwere Erkältung und Infektion mit Grippeviren geschützt.

Nebenwirkungen und Risiken

Die größte Gefahr bei Echinacea besteht dann, wenn Sie auf diesen Pflanzentyp allergisch reagieren. Um ganz sicher zu gehen, möchten wir Ihnen zur einen Allergietest bei Ihrem Hausarzt raten. So wissen Sie sicher, ob Sie mit einer Echinacea-Behandlung beginnen können. Die allergischen Symptome sind jedoch relativ mild und mit Überreaktionen, wie sie bei Nüssen, Erdbeeren oder Insektenstichen vorkommen können, nicht zu vergleichen. In jedem Fall sollte bei Unwohlsein, Übelkeit, Ausschlägen oder anderen Reaktionen die Echinacea-Kur sofort abgesetzt werden.

 

Ist Echinacea krebserregend?

Es liegen keine Hinweise vor, dass Echinacea krebserregend sein könnte.

 

Bei Krebs

Es gibt Erfahrungsberichte, wonach Echinacea sehr schnell zu einer vermehrten Produktion von weißen Blutkörperchen führen kann. Eine hohe Anzahl weißer Blutkörperchen ist jedoch im Rahmen einer Chemo-Therapie nicht sehr gerne gesehen: Die Anzahl der Abwehrzellen gibt eine Auskunft darüber, wie gut die Chemo-Therapie anschlägt. Die gleichzeitige Einnahme von Echinacea kann daher unter Umständen die Messergebnisse verfälschen. Falls Sie oder ein Bekannter von Ihnen in eine solche Situation geraten sollten, sprechen Sie die Einnahme von Echinacea während einer Chemo-Therapie deshalb unbedingt mit ihrem Arzt ab.

Echinacea kaufen

Wo kann man Echinacea kaufen?

Echinacea wird von den etablierten Pharmaherstellern zu verschiedenen Präparaten verarbeitet. Die Markenprodukte (z.B. Ratiopharm) sind selbstredend von exzellenter Qualität, um die man sich keine Sorgen machen muss. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, sich sein Echinacea selbst herzustellen. Die Pflanze lässt sich recht leicht im Garten anpflanzen. Optisch ist sie auch sehr schön anzusehen, so dass sich ein interessanter Doppelnutzen aus ihr herstellen lässt.

 

Auf was muss man beim Kauf aufpassen?

Wir empfehlen den Kauf von Markenprodukten. Echinacea wird zwar von vielen Herstellern weltweit verarbeitet. Bei unbekannten Produzenten kann man sich aber nie ganz sicher sein, wie sauber die Herstellungsmethoden sind.

Darreichungsformen und Produkte

Echinacea wird als Tropfen, Globuli, Tabletten, Tee, Augentropfen und zu Salbe verarbeitet.

Echinacea-Tropfen sind die am Weitesten verbreitete Darreichungsform. Sie kommen in einer Pipettenflasche, was die Dosierung auf einen Teelöffel sehr einfach macht. Ein Gebinde entspricht einer vollständigen Kur. Echinacea sollten Sie nach dem Anbrechen ganz aufbrauchen und keine Reste aufbewahren.

 

Echinacea-Globuli

Globulis sind homöopathische Mittel. Die homöopatischen Produkte sind nicht ganz so in der Kritik wie die Naturheilmittel. Sie werden sogar von den Ärzten verschieben und von teilweise von den Krankenkassen bezahlt. Ob und wie sie wirken ist immer noch Gegenstand intensiver Erforschung. Dennoch gilt auch bei Globulis und bei anderen homöopathischen Mitteln: Wer heilt, hat recht. Insofern spricht nichts gegen  die Echinacea-Globulis.

 

Tabletten und Kapseln mit Echinacea

Echinacea wird als Solo- oder als Kombipräparat für akute Erkältungsbeschwerden hergestellt. Sie werden zu Kapseln und Tabletten zum Schlucken oder Lutschen verarbeitet. Die Lutschtabletten sind in der Regel mit weiteren Naturheilmitteln angereichert.

 

Echinacea-Tee

Der Echinacea-Tee ist bei schweren Erkältungen inzwischen zu einem sehr beliebten Hilfsmittel geworden.

 

Augentropfen

Echinacea-Augentropfen sollten nur auf ärztliche Anweisung genommen werden. Sie schaden zwar in keinem Fall. Jedoch sollte das Augenleiden, welches mit Tropfen behandelt werden soll, stets ärztlich abgeklärt sein. Bei Problemen mit den Augen sollten Sie grundsätzlich Abstand von Selbstmedikationen absehen.

 

Echinacea Salbe

Echinacea wird als Wundheilsalbe oder als Erkältungssalbe angeboten. Sie sind als Extrakt oder als homöopathisches Mittel verfügbar.

Dosierung, Einnahme und Lagerung

Ist die Einnahme von Echinacea gefährlich?

Sofern keine Allergie gegenüber der Pflanzensorte besteht, besteht keinerlei Gefahr bei der Einnahme von Echinacea. Wenn Sie noch nie mit Echinacea Erfahrung sammeln konnten, sollten Sie sicherheitshalber einen Allergietest bei Ihrem Hausarzt machen. Grundsätzlich sind Allergien auf Echinacea sehr selten und in ihrem Verlauf recht harmlos.

 

Wie wird Echinacea eingenommen?

Echinacea wird als Kur eingenommen. Das bedeutet, Sie verbrauchen eine einmal angebrochene Packung stets vollständig  und lassen keine Reste übrig. Das gilt für die Tropfen ebenso wie für die Tabletten oder Kapseln. Das Wichtigste bei der Einnahme von Echinacea ist, dass die Kur entweder prophylaktisch oder wirklich beim allerersten Anzeichen einer beginnenden Erkrankung gestartet wird. Im Akutfall, wenn Fieber und die erkältungstypischen Beschwerden schon manifestiert haben, dann kann Echinacea meist nicht mehr viel ausrichten.

 

Warum kein Echinacea bei HIV?

Echinacea gilt, trotz aller Kritik, als Immunstimulanz. Bei der Krankheit HIV werden die Immunzellen (die so genannten T-Zellen) von dem Virus befallen. Wenn nun das Immunsystem stimuliert wird, aktiviert das auch die T-Zellen, einschließlich der vom HIV-Virus befallenen T-Zellen. Und das ist das große Problem: Typisch für den HIV-Virus ist, dass er viele Jahre praktisch schlafen kann. In diesem inaktiven Zustand ist HIV eine Krankheit, die kaum bemerkt wird. Wenn die T-Zelle aber aktiviert wird, kann auch der Virus wieder aktiv werden. Ein aktivierter Virus bedeutet, dass er die T-Zelle zur Virenfabrik umbaut. Da das Immunsystem aktiviert und viele T-Zellen vom Körper produziert werden, finden die neu geschaffenen HIV-Viren reichlich T-Zellen, in welche sie eindringen können.

Es gibt zwar keine Beweise dafür, dass Echinacea den Verlauf einer HIV-Krankheit verschlimmern könnte. Vor der Einnahme von Immunstimulanzien wird aber grundsätzlich bei einer HIV-Therapie abgeraten, und damit auch der von Echinacea.

Was ist Echinacea?

Echinacea ist eine Pflanze, die ihren Ursprung in Nordamerika hat. Sie zählt zu den „Sonnenblütlern“, was auf die charakteristische Form ihrer Blüte zurück zu führen ist. Die Echinacea ist als Zierpflanze sehr beliebt. Ihre heilende Wirksamkeit war den amerikanischen Ureinwohnern bekannt. Von dort wurde sie von findigen Geschäftsleuten zu Stärkungsmitteln verarbeitet und nach Europa exportiert. Der wirksame Teil der Echinacea ist die Wurzel.

 

Was ist Echinacea Purpurea?

Die Echinacea Purpurea ist die lila Variante der Echinacea. Neben dieser Farbgebung gibt es noch gelbe und weiße Echinacea.

 

Welche Potenzen gibt es bei homöpathischen Echinacea-Präparaten?

Homöopathische Arzneien werden in so genannten Potenz-Klassen eingeteilt. Schwache Potenzen im Bereich von D6 – D12 können gefahrlos in Selbstmedikation angewendet werden. Ab der Potenz D30 und den darüber angeordneten LM- oder Q-Potenzen sollte grundsätzlich der Hausarzt konsultiert werden. Das gilt vor allem für Schwangere. Hebammen können hier ebenfalls eine fachkundige Auskunft geben.

 

Umckaloabo oder Echinacea?

Sollte gegen Echinacea eine Allergie festgestellt werden, steht Ihnen mit Umcaloabo eine Alternative zur Verfügung. Die Präparate sind in ihrer Wirksamkeit vergleichbar.

 

Echinacea Pflanze für den Garten

Die Echinacea ist recht einfach anzulegen. Sie wird bis zu 1,40 Meter hoch und dienen damit auch sehr gut als Sichtschutz gegen neugierige Blicke von außen.

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Herbert Havera ist Autor und beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit der Thematik Ernährung/ Gesundheit. In seiner Recherche sind mehrere Stunden an Arbeit geflossen bzw. stehen wir generell im engen Kontakt mit Forschungseinrichtungen, Mediziner und Anwendern. Dank der wertvollen Informationen aus unserem Netzwerk, sind wir in der Lage stets fundierte Informationen rund um Heilmittel bieten, die uns die Natur freiwillig anbietet. Der enorme Vorteil von Naturheilmitteln ist, dass sie meistens frei von Nebenwirkungen sind. Dennoch dürfen sie nicht hemmungslos konsumiert werden. Wir klären Sie darüber auf, welche Tagesdosis unbedenklich, ideal und nicht mehr gesund ist. Denn wie Paracelsus schon sagte: „Nichts ist Gift, alles ist Gift – alleine die Dosis macht das Gift“.  Wir bieten Ihnen Informationen stets nach einer fundierten Recherche. Wir forschen intensiv nach den neuesten Studien, in denen sich die Naturheilmittel unter strengen Tests bewähren mussten. Und wo sich ein angepriesenes Mittel nachweislich als Mummenschanz und Quacksalberei entpuppt hat, lassen wir Sie das ebenfalls wissen. 

Quellenangabe

Sachin A Shah, Stephen Sander, C Michael White, Mike Rinaldi, Craig I. Coleman: Evaluation of echinacea for the prevention and treatment of the common cold: a meta-analysis. In: The Lancet Infectious Diseases. 2007, Nr. 7, S. 473. PMID 17597571.

E. Mutschler: Mutschler Arzneimittelwirkungen. 8. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2001.

M. Karsch-Völk, B. Barrett u. a.: Echinacea for preventing and treating the common cold. In: The Cochrane database of systematic reviews. Nummer 2, Februar 2014, S. CD000530, doi:10.1002/14651858.CD000530.pub3, PMID 24554461, PMC 4068831 

D. Anheyer, H. Cramer u. a.: Herbal Medicine in Children With Respiratory Tract Infection: Systematic Review and Meta-Analysis. In: Academic Pediatrics. Band 18, Nummer 1, 2018 Jan – Feb, S. 8–19, doi:10.1016/j.acap.2017.06.006, PMID 28610802 (Review).

Keith I. Block, MD,“Immune System Effects of Echinacea, Ginseng, and Astragalus: A Review“, Integr Cancer Ther September 2003 vol. 2 no. 3 247-267, (Effekte von Echinacea, Ginseng und Astragalus (Tragant) auf das Immunsystem: Ein Review)

National Center for Complementary and Alternative Medicine (NCCAM) „Echinacea“ July 2005

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