Kolloidales Gold – Wirkung, Anwendung, Studien

Wundermittel oder Abzocke?

Wir vom Natur-Kompendium.de sind stets daran interessiert, Sie mit erstklassigen Informationen zu versorgen. Glaubwürdigkeit und gute Recherche sind für uns viel wichtiger, als Sie unbedingt von allem zu überzeugen, was der Markt der Naturheilmittel so hergibt. Darum kommt es auch immer wieder vor, dass wir ein Produkt vorstellen, dass uns in keiner Weise überzeugen kann. Dazu gehört neben dem kolloidalen Silber auch sein edleres Pendant, das kolloidale Gold.

Wir wollen nicht bestreiten, dass es Menschen gibt, bei denen die Einnahme von kolloidalem Gold eine gewisse Wirkung haben kann. Jedoch unterstellen wir hier, solange es keinerlei gegenteilige Erkenntnisse gibt, vorwiegend einen Placebo-Effekt. Der Glaube versetzt bekanntlich Berge und es gibt auch einen Markt für Heilsteine. Von einer nachvollziehbaren heilenden Wirkung kann bei kolloidalem Gold aber absolut keine Rede sein.

Ist kolloidales Gold verboten?

Wir möchten uns von den schwarzen Schafen innerhalb der Alternativ-Medizin insofern abheben, indem wir Ihnen keine „Bären aufbinden wollen“. Viele selbsternannte Alternativmediziner spinnen sich gerne verrückte Verschwörungstheorien zurecht, mit denen sie die böse Regierung und die noch böseren Pharmakonzerne diffamieren wollen. Natürlich geschieht das nicht ganz uneigennützig, schließlich geht es auch diesen schwarzen Schafen in erster Linie darum, ihre eigenen Produkte zu vermarkten. Eine der Anschuldigungen ist, dass kolloidales Gold verboten sei.

Das ist schlicht und ergreifend unwahr.

Kolloidales Gold ist nicht verboten. Es darf hergestellt, verkauft und konsumiert werden. Was verboten ist, ist es als „Heilmittel“ oder „Arznei“ zu bewerben. Was mit dieser Behauptung gemeint ist, ist der so genannte „Health Claim Act“. Dies ist ein europaweit gültiges Gesetz, welches verbietet, bei fehlendem wissenschaftlichem Nachweis, ein Produkt mit einer Heilaussage zu bewerben. Das Kolloidale Gold teilt damit das Schicksal vieler weiterer Produkte auf dem Bereich der Naturheilmittel und Nahrungsergänzungsmittel: Es ist verboten zu behaupten, dass es eine Wirkung in irgendeiner Weise hätte – solange diese Wirkung nicht anerkannt wissenschaftlich bewiesen ist.

 

Ist kolloidales Gold giftig?

Man muss dem kolloidalen Gold zu Gute halten, dass es nicht nur ungiftig ist. Sein Konsum hat, gemäß der bisherigen Beobachtung, keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit. Das unterscheidet es beispielsweise vom kolloidalen Silber: Im Übermaß konsumiert, färbt das kolloidale Silber das Unterhaut-Fettgewebe tiefblau. Wer zu viel kolloidales Silber zu sich nimmt, wird ein Schlumpf. Schlimmer noch: Dieser Effekt ist nicht umkehrbar. Das kann beim kolloidalen Gold nicht passieren.

Anwendungsmöglichkeiten

 

Für was ist kolloidales Gold gut?

Kollodiales Gold wird für äußerliche und innerliche Anwendungen empfohlen. Äußerlich aufgetragen, soll es die Wundheilung verbessern. Getrunken soll es positive Auswirkungen auf die Psyche haben und Depressionen heilen.

 

Kolloidales Gold und Abnehmen?

Eine verbesserte Stimmung ist bei Übergewichtigen grundsätzlich einer Gewichtsabnahme zuträglich. Ebenso ist eine gesunde Psyche bei ehemals Magersüchtigen für eine Gewichtszunahme gut. Wenn der Placebo-Effekt von kolloidalem Gold wirkt, kann er für adipöse wie anorektische Menschen hilfreich sein.

Nebenwirkungen

Kolloidales Gold hat an sich keine Nebenwirkungen, im Gegensatz zum kolloidalem Silber.

Was jedoch sehr schwere Nebenwirkungen haben kann, ist das gereinigte, destillierte Wasser. In großen Mengen getrunken, löst destilliertes Wasser die so genannte „Wasservergiftung“ bzw. das „Hirnödem“ aus. Durch das Ungleichgewicht der Salze im Zellzwischenraum und dem Blut kommt es zu einer erheblichen Anschwellung des interstitiellen Raums. Dieser kann bis zu einem tödlichen Schlaganfall führen.

Wenn Sie Goldwasser in großen Mengen trinken wollen, dann achten Sie unbedingt darauf, gleichzeitig große Mengen Salz zu sich zu nehmen. Wir raten dringend davon ab, Goldwasser becherweise zu trinken. Aber wenn Sie es unbedingt wollen, rühren Sie pro Glas einen halben Teelöffel Salz ein, um einer Wasservergiftung vorzubeugen.

Dosierung, Einnahme & Lagerung

Wie viel PPM?

Wir können keine Aussage über eine empfohlene Konzentration von Goldwasser geben. PPM bedeutet „Parts Per Million“. Die angebotenen Konzentrationen bewegen sich zwischen einem und 100 PPM. Selbst die höchste Konzentration bewegt sich daher noch weit unterhalb des Promille-Bereichs. Das macht es sehr schwierig, dem kolloidalen Gold eine Wirksamkeit zuzuschreiben. Hinzu kommt, dass die Partikel im kollodialem Gold gerade einmal 2 – 100 Nanometer groß sind. „Nano“ bedeutet „Milliardstel“. Die vorhandenen Partikel in kolloidalem Gold sind damit so winzig, dass sie kaum einen therapeutischen Nutzen haben können.

 

Wie nehme ich es ein?

Kolloidales Gold wird getrunken oder aufgetragen. Da es sich im Wesentlichen um hochreines, destilliertes Wasser handelt, ist es durchaus für das Reinigen und Spülen von Wunden geeignet. Die Spülwirkung geht aber auf das Wasser zurück, nicht auf das Gold. Gereinigtes, medizinisches Wasser gibt es aber bereits ab 44 Cent pro Liter.

Die Einnahmeempfehlung ist 2 Teelöffel pro Tag. Bei dieser Dosis besteht zumindest keine Gefahr einer Wasservergiftung.

 

Für Tiere geeignet?

Natürlich kann man Wunden von Tieren auch mit Goldwasser spülen. Medizinisches, gereinigtes Sterilwasser ist aber ebenso gut geeignet.

 

Wie stellt man kolloidales Gold her?

Kolloidales Gold wird durch ein komplexes chemisches Verfahren hergestellt. Dazu wird weißer Phosphor, Citrate, Tetralchloridgoldsäure und Zitronensäure eingesetzt.

Kollodiales Gold selber machen

Es ist mit Hausmitteln nicht möglich, kollodiales selbst Gold herzustellen. Was Sie jedoch machen können, ist „hoch“ konzentriertes Goldwasser (100 ppm) mit Sterilwasser zu mischen. Die „Kollidialität“ leidet unter der Mischung nicht. Es ist damit möglich, aus einem Liter 100 ppm GOldwasser bis zu 100 Liter 1 PPM Goldwasser herzustellen. Die Homogeniät der 100 ppm Mischung ist indes sehr zuverlässig. Die Mikropartikel sind so klein, dass sie durch den molekularen Druck an Ort und Stelle gehalten werden. Sie sinken nicht zu Boden, wie man es von Goldpartikeln in einer Wasserlösung erwarten würde.

Das Verdünnen ist sehr einfach: Man füllt ein sauberes Gefäß mit 99 Zentilitern sterilem Wasser auf. Anschließend zieht man mit einer Spritze 1 Zentiliter aus dem 100 PPM Goldwasser ab und gibt es in das bereit gestellte, sterile Wasser. Die Flasche wird verschlossen und kräftig geschüttelt – fertig ist das selbst angesetzte Goldwasser mit 1 ppm Gold.

Diese Methode lässt sich beliebig variieren. Das 100 ppm Goldwasser ist zur Herstellung von 10, 20, 30, 50 ppm Goldwasser ebenso gut geeignet. Es muss lediglich das Verhältnis aus Sterilwasser und 100 ppm Goldwasser entsprechend angesetzt werden.

Wer das Goldwasser über lange Zeit regelmäßig anwenden möchte, kann auf diesem Weg viel Geld sparen.

Kolloidales Gold kaufen

Wo kann man Kolloidales Gold kaufen?

Kolloidales Gold ist über das Internet beziehbar. Da wir generell von dem Produkt abraten wollen, können wir keine Kaufempfehlung geben. Fakt ist, dass es sich beim kolloidalem Gold im Wesentlichen um gereinigtes Wasser handelt. Die mikrofeinen Goldpartikel sind in homöopathischen Dosen in dem Wasser gelöst. Ernährungsphysiologisch geschieht beim Trinken der Lösungen folgendes: Das Gold wird ebenso wieder ausgeschieden, wie es aufgenommen wurde. Jede weitere Behauptung entbehrt jeglicher wissenschaftlichen Grundlage.

 

Auf was muss man beim Kauf aufpassen?

Es gibt kein Qualitätssiegel, welches über die Güte von kolloidalem Gold Auskunft geben könnte. Bestenfalls könnte man auf ein „Made in Germany/Europe“ achten um sicher zu gehen, dass man auch tatsächlich das Produkt erhält, das man bestellt hat.

 

Produkte mit kolloidalem Gold

Kolloidales Gold wird als Tinktur aus gereinigtem Wasser angeboten. Die Konzentration ist in „ppm“ angegeben.

PPM bedeutet „Parts Per Million“. Die schwächste Konzentration hat 1 ppm. Auf 1 Partikel Gold kommen demnach eine Million gleich schwere Partikel Wasser.

Die stärkste Konzentration hat gegenwärtig kolloidales Gold mit 100 ppm.

Preislich sollte man genau hinsehen: Wenn eine 100 ml Flasche mit 1 ppm 12,50 Euro kostet, dann kostet der ganze Liter auch 125 Euro. Eine 0,5 Liter Flasche mit  100 ppm gibt es aber schon für 110 Euro. Ein Liter 100 ppm kolloidales Gold kostet dann zwar 220 Euro. Es lassen sich aber daraus spielend einfach 101 Liter mit 1 ppm herstellen. Man muss den Liter 100 ppm Goldwasser nur mit der entsprechenden Menge gereinigtem Wasser vermischen. Steriles, destilliertes Wasser kostet 44 Cent pro Liter. Rechnet man das mit einem einfachen Dreisatz um, dann lassen sich aus 260 Euro (für 1 Liter 100 ppm Goldwasser und 44 Euro für 100 Liter destilliertes Wasser) 101 Liter 1 ppm Goldwasser im Wert von 12.650 Euro herstellen.

Bitte sehen Sie sich diese Kalkulation einmal genau an: Sie nehmen ein Produkt, verdünnen und strecken es mit den billigsten Mitteln und generieren anschließend einen 48-fachen Profit. Das sind Renditen, wie es sie sonst nur im Drogenhandel gibt, mit dem Vorteil, dass der Handel mit Goldwasser legal ist. Verführerischer kann ein Produkt zum Handeln wohl kaum sein.

Was wir damit sagen wollen: Anhand dieser Preisgestaltung wird unseres Erachtens schon mehr als deutlich, wie der Markt rund um das kolloidale Gold arbeitet. Dies ist unseres Erachtens reine Scharlatanerie.

 

Erfahrungen

Das Netz überschlägt sich vor durchweg positiven Erfahrungsberichten über das kolloidale Gold. Wir sehen hier vorwiegend einen Placebo-Effekt in Aktion. Diesen wollen wir nicht in Abrede stellen aber wir empfehlen den Fans von Goldwasser, es auch mal mit Heilsteinen, Traumfängern oder Beschwörungsformeln zu versuchen. Vielleicht lässt sich damit wenigstens etwas Geld sparen.

Was ist Kolloidales Gold?

Kolloidales Gold sind ultrafeine Goldpartikel, die in einer wässrigen Lösung gelöst sind. Typisch für die kolloides-Gold-Lösung ist die tiefrote Färbung. Einer der Hauptanwendungen von kolloidalem Gold ist deshalb auch die Rotfärbung von Glas. Weitere Anwendungen von kolloidalem Gold sind die Markierung von Genen, Proteinen, Antikörpern und Zellen. In der Rasterelektronenmikroskopie wird es zum Einfärben von Oberflächen verwendet. Eine offizielle medizinische Verwendung von kolloidalem Gold gibt es nicht. 

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Herbert Havera ist Autor und beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit der Thematik Ernährung/ Gesundheit. In seiner Recherche sind mehrere Stunden an Arbeit geflossen bzw. stehen wir generell im engen Kontakt mit Forschungseinrichtungen, Mediziner und Anwendern. Dank der wertvollen Informationen aus unserem Netzwerk, sind wir in der Lage stets fundierte Informationen rund um Heilmittel bieten, die uns die Natur freiwillig anbietet. Der enorme Vorteil von Naturheilmitteln ist, dass sie meistens frei von Nebenwirkungen sind. Dennoch dürfen sie nicht hemmungslos konsumiert werden. Wir klären Sie darüber auf, welche Tagesdosis unbedenklich, ideal und nicht mehr gesund ist. Denn wie Paracelsus schon sagte: „Nichts ist Gift, alles ist Gift – alleine die Dosis macht das Gift“.  Wir bieten Ihnen Informationen stets nach einer fundierten Recherche. Wir forschen intensiv nach den neuesten Studien, in denen sich die Naturheilmittel unter strengen Tests bewähren mussten. Und wo sich ein angepriesenes Mittel nachweislich als Mummenschanz und Quacksalberei entpuppt hat, lassen wir Sie das ebenfalls wissen. 

Quellenangabe

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T. J. Nelson: Destaining of Nitrocellulose Blots After Staining with Silver or Colloidal Gold. In: Analytical Biochemistry. Band 214, Nr. 1, 1993, S. 325–328, doi:10.1006/abio.1993.1496.

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