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Fountains Blushwood – Wirkung, Gegen Krebs, Studien | Wo kaufen?

Überblick

Hinter dem klingenden Namen „Fountains Blushwood“ verbirgt sich eine Pflanze aus dem australischen Regenwald. Zwar sind die „Beeren“ der Pflanze mit dem botanischen Namen Fontainea picrosperma für den Menschen giftig, wenn sie als Obst verzehrt werden, aber einem Extrakt aus den Steinfrüchten wird im Internet oft eine krebstötende Wirkung zugeschrieben. Was genau dahinter steckt, haben wir für Sie recherchiert.

Fountains Blushwood kaufen

Wo kann man Fountains Blushwood kaufen?

Auf manchen Internetseiten steht geschrieben, dass man Produkte, die Fountains Blushwood enthalten, in diversen Online-Shops bestellen kann. Diesen Angaben können wir nicht folgen. Denn die Recherche ergab, dass selbst auf einer großen, bekannten Internetplattform nur wenige Produkte hierzu zu finden sind. Hinzukommt, dass manche dieser Produkte nicht nach Deutschland bzw. Österreich versendet werden. Übereinstimmend mit unserer Recherche sind hingegen Angaben, dass v.a. chinesische Unternehmen Produkte, die Fountains Blushwood enthalten, anbieten. Ein europäischer Anbieter konnte nicht recherchiert werden.

 

Wo kann man die Pflanze kaufen?

Für die DACH-Region wird die Pflanze selbst nicht angeboten. Dies mag daran liegen, dass die Tropenpflanze nur unter bestimmten Bedingungen gedeiht. Ein weiterer Grund ist, dass der plantagenmäßige Anbau, mit welchem die Kultivierung für das Eigenheim letztendlich verbunden ist, bislang nur für die medizinische Forschung existiert.

 

Auf was muss man beim Kauf aufpassen?

Fountains Blushwood, bot. Fontainea picrosperma, wird oft mit Blushwood Tree, bot. Hylandia dockrillii, verwechselt. Dies mag daran liegen, dass z.T. angegeben wird, dass der Trivialname beider Pflanzen „Blushwood Tree“ lautet. Zwar gehören beide Pflanzen zur Familie der Wolfsmilchgewächse und kommen im australischen Regenwald vor, aber es handelt sich um unterschiedliche Pflanzengattungen bzw. -arten. Deshalb sollten Sie sich beim Kauf am wissenschaftlichen Namen orientieren, denn wissenschaftliche Studien gibt es bislang nur zu Fontainea picrosperma, obwohl EBC-46 auch in Hylandia dockrillii vorkommen soll.

Bei Produkten, die Fontainea picrosperma enthalten, hält sich die Anzahl der offerierten Produkte in Grenzen. Allerdings konnte ein Produkt gefunden werden, das die Bezeichnung „organic“ (biologisch) trägt. Laut der Beschreibung des Herstellers ist dieses Produkt frei von künstlichen Farb- und Aromastoffen sowie Gelatine.

Da der Versand aus Indien bzw. China erfolgt, sollten Sie eine sichere Zahlungsmethode wählen und sich sicherheitshalber über die Einfuhrbestimmungen bei der zuständigen Zollbehörde informieren.

Darreichungsformen

Samen / Kerne / Beeren

Die Beeren von Fontainea picrosperma sind für den Menschen giftig, wenn sie verzehrt werden. Fontainea picrosperma gehört zu den Steinfrüchten. D.h., dass der Same von einem verholzten Kern umschlossen ist. Typisches Beispiel für eine derartige Steinfrucht ist der Pfirsich. EBC-46 wird aus den Samen von Fontainea picrosperma gewonnen. In der Regel enthalten die Produkte ein Extrakt, das für den Menschen ungiftig ist.

 

Kapseln

Kapseln werden meist unter der Bezeichnung „Blushwood Berry“ angeboten. Ob es sich um ein Extrakt aus Fontainea Picrosperma oder Hylandia dockrillii handelt, ist oft erst auf den zweiten Blick erkennbar. Die Packungsgröße liegt bei 60 Kapseln.

 

Pulver

Blushwood Berry Extract in Pulverform bekommen Sie v.a. bei chinesischen Anbietern. Die Mindestbestellmenge liegt hier zumeist bei einem Kilogramm.

 

Tee

Ein Blushwood-Tee konnte bei unseren Recherchen nicht gefunden werden.

Anwendung und Wirkung

Gegen Krebs

Die Forschungen zu Fontainea Picrosperma stehen alle im Zusammenhang mit dem australischen Pharmaunternehmen QBiotics, das Studien zu Fountains Blushwood sponsert. Ziel des Unternehmens ist es nach eigener Darstellung, herauszufinden, ob Tigilanol-Tiglat das Potential hat, eine Reihe intern lokalisierter solider Tumore mittels Injektion zu behandeln. (siehe: https://qbiotics.com/index.php/research/human-health)

Die ersten Ergebnisse einer Humanstudie von QBiotics wurden Anfang Dezember 2019 publiziert. (siehe: Abschnitt Studien)

 

EBC-46

EBC-46, auch ebc-46 geschrieben, ist jener Wirkstoff der aus Fontainea Picrosperma isoliert worden ist. Heute trägt EBC-46 den Namen Tigilanol-Tiglate. Das geistige Eigentum und die kommerzielle Produktion von Tigilanol-Tiglate hat sich QBiotics gesichert. Laut Angaben des Unternehmens ist die Verlängerung der Patentierung derzeit im Gange. Außerdem gibt das Unternehmen an, dass Blushwood, also die Ursprungspflanze von Tigilanol Tiglate, in kommerziellen Plantagen hergestellt wird. (siehe: https://qbiotics.com/index.php/research/human-health)

 

Weitere angebliche Anwendungsgebiete

Während in Europa v.a. über den Einsatz von Fontainea Picrsperma als mögliches Krebsmittel berichtet wird, sehen chinesische Unternehmen die Anwendungsgebiete deutlich breiter. Allerdings konnten keine Angaben bzw. Quellen gefunden werden, auf welche sich diese Angaben beziehen. Daher dient die nachfolgende Auflistung nur der Vollständigkeit:

  • Augenkrankheiten (Pigmentosa, Retinitis, Glaukom)
  • Herz-Kreislauf-Krankheiten
  • Anti-Aging
  • leichte Entzündung der Schleimhäute von Mund und Rachen
  • Durchfall

Hinweis: Obwohl Fountains Blushwood in der Krebstherapie beim Menschen nur in Form von Injektionen erforscht wird, suggerieren chinesische Anbieter, dass die Pulverform auch gegen Krebs helfen soll. Da dazu, wie erwähnt, keine Studien vorliegen, möchten wir nochmals explizit darauf hinweisen, dass für die oben angeführten weiteren Anwendungsgebiete rein auf den Angaben der chinesischen Hersteller beruhen.

Erfahrungen

Die Erfahrungsberichte zu Fountains Blushwood außerhalb der wissenschaftlichen Krebsforschung sind spärlich bis nicht vorhanden. Zu den Kapseln konnte ein Erfahrungsbericht recherchiert werden, in welchem das Produkt als „gut“ bezeichnet worden ist. Angaben zum Anwendungsgebiet fehlen jedoch.

Studien

Fountains Blushwood kam vor einigen Jahren als „Regenwaldfrucht, die Krebszellen tötet“, in die Schlagzeilen. Allerdings versprach der mediale Hype mehr als die wissenschaftlichen Ergebnisse tatsächlich hergaben. Außerdem handelte es sich nur um eine Studie. Diese wurde 2014 von einem Forscherteam (Boyle et al.) aus dem australischen Brisbane veröffentlicht. Durchgeführt wurde die Studie im Labor und an Mäusen. Zur Anwendung kam der Wirkstoff ebc-46, der aus den Samen von Fontainea picrosperma hergestellt worden ist.

Verabreicht wurde das onkologische Präparat nicht oral, sondern es wurde den Mäusen gespritzt und zwar direkt in die vom Hautkrebs betroffenen Stellen. Und dort büßten die Tumorzellen nach wenigen Stunden einen Großteil ihrer Lebensfähigkeit ein. Mit anderen Worten, die gehypten Ergebnisse beziehen sich auf Mäuse, nur auf Hautkrebs und nur darauf, wenn der Wirkstoff als Injektion verabreicht wird. (siehe: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25272271)

Weitaus weniger mediale Aufmerksamkeit hat bisher eine andere australische Studie erfahren, deren Ergebnisse Anfang Dezember 2019 veröffentlicht worden sind, obwohl diese Studie bislang die einzige ist, die am Menschen durchgeführt worden ist. (siehe: https://www.anzctr.org.au/Steps11and12/366590-(Uploaded-09-12-2019-10-49-31)-Journal%20results%20publication.pdf) Obwohl die Ergebnisse auch bei dieser Studie positiv zu interpretieren sind, muss man doch am Boden der Tatsachen bleiben. Außerdem muss das Ziel der Studie von Panizza et al. näher betrachtet werden. Denn den Forschern ging es hauptsächlich darum, die Sicherheit und Verträglichkeit von Tigilanol-Tiglat (Tigilanol tiglate, früher EBC-46) zu erforschen. Tigilanol-Tiglat wurde aus den Samen von Fontainea picrosperma abgeleitet.

An der Studie nahmen 22 Patienten ab einem Alter von 18 Jahren (Range: 31 bis 86 Jahre), bei welchen ein kutaner, subkutaner Kopf-Hals- oder Knotentumor festgestellt worden ist. Ausgenommen von der Studie wurden dabei Patienten mit Schlund-, Kehlkopf- und Zungenbasis-Tumoren. Wie in der Studie von Boyle et al. wurde auch hier EBC-46 direkt in den Tumor gespritzt. Von den 22 Patienten haben 15 die Studie beendet. Hinsichtlich der Sicherheit und Verträglichkeit von EBC-46 konnten die Forscher Folgendes feststellen:

  • Es gab einen Bericht über dosislimitierende Toxität (Obstruktion der oberen Atemwege)
  • Es gab zwei Berichte über schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (Obstruktion der oberen Atemwege und Septikämie).
  • Es gab 160 behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse.
  • Es gab keine Todesfälle.
  • Es traten Reaktionen an der Injektionsstelle bei allen Tumoren und Tumortypen bereits bei der niedrigsten Dosis auf.
  • Sechs der 22 Patienten sprachen auf die Behandlung an.
  • Vier dieser sechs Patienten zeigten ein vollständiges Ansprechen.

Im Fazit kommt das Forscherteam zu dem Schluss, dass die Ergebnisse eine weitere Entwicklung von Tigilanoltiglat zur intratumoralen Verabreichung stützen.

Nebenwirkungen

Bei der Einnahme von Kapseln oder Pulver ist nichts über Nebenwirkungen bekannt, da keine Studien zu diesem Thema vorliegen. Es muss aber, wie bei allen pflanzlichen Produkten davon ausgegangen werden, dass die Möglichkeit von allergischen Reaktionen besteht.

Bei der direkten Tumor-Injektion von Tigilanol Tiglate zeigten sich verschiedene unerwünschte Ereignisse. (siehe: Abschnitt Studien)

Dosierung und Einnahme

Kapseln

Über die Dosierung von EBC-46-Kapseln konnten keine Angaben gefunden werden. Daher sollten Sie sich an die Angaben des Herstellers halten. Unabhängig davon, sollten Sie die Kapseln unzerkaut mit Wasser schlucken.

 

Pulver

Wie bei den Kapseln konnte auch bei der Pulverform von Fountains Blushwood keine Dosier- bzw. Einnahmeempfehlung recherchiert werden.

Was ist Fountains Blushwood?

Fountains Bluswood ist eine Pflanze, die 1933 von Cyrill Tenison White zum ersten Mal beschrieben worden ist. Die Pflanze ist ein Endemit, d.h. sie kommt nur in einer bestimmten Region vor. Im Fall von Fountains Bluswood ist dies der nordöstliche Teil des australischen Bundesstaates Queensland, genauer das Atherton Tafelland (Atherton Tablelands). Dort wächst Fountains Blushwood in einer Höhe von 700 bis 1.000 Meter.

 

Fontainea Picrosperma auch Fountains Blushwood?

Botanisch gesehen, ist Fountains Blushwood eine Pflanzenart aus der Gattung der Fontainea und trägt den wissenschaftlichen Namen Fontainea picrosperma. In der höheren Systematik gehört die Pflanze zu den Wolfsmilchgewächsen (Euphorbiaceae). Fountains Blushwood wächst als Baum oder Strauch. Der Milchsaft, der typisch für Wolfsmilchgewächse ist, ist rot und wässrig. Die Blüten bestehen aus weißen, wollig behaarten Kronblättern und sind fünf bis acht Millimeter lang. Die zehn Narben werden mit Octopus-Armen verglichen. Aus der Blüte bildet sich eine einfächerige und einsamige Steinfrucht. Sie hat eine Länge von ungefähr 25 und einen Durchmesser von rund 20 Millimetern.

 

Ist es eine Regenwaldfrucht?

Bevor in den 1870er Jahren die ersten Siedler durch Gold auf die Atherton Tablelands gelockt worden waren, bedeckten große Flächen tropischen Regenwalds das Tafelland. Heute ist der Regenwald aufgrund von Rodungen auf ein paar kleinere Gebiete beschränkt. Diese liegen zumeist Hängen, die steil zur Küste hin abfallen. Da die Atherton Tabelands in den Tropen liegen, gibt es dort nur zwei Jahreszeiten. Dabei gilt der Sommer als Regen- und der Winter als Trockenzeit.

Fountains Blushwood gedeiht im Unterholz dieses Regenwalds an jenen Stellen, wo der Regenwald gut entwickelt ist. Daher wird die Frucht von Fountains Blushwood oft auch als Regenwald- oder Tropenfrucht bezeichnet.

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Autor

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Herbert Havera ist Autor und beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit der Thematik Ernährung/ Gesundheit. In seiner Recherche sind mehrere Stunden an Arbeit geflossen bzw. stehen wir generell im engen Kontakt mit Forschungseinrichtungen, Mediziner und Anwendern. Dank der wertvollen Informationen aus unserem Netzwerk, sind wir in der Lage stets fundierte Informationen rund um Heilmittel bieten, die uns die Natur freiwillig anbietet. Der enorme Vorteil von Naturheilmitteln ist, dass sie meistens frei von Nebenwirkungen sind. Dennoch dürfen sie nicht hemmungslos konsumiert werden. Wir klären Sie darüber auf, welche Tagesdosis unbedenklich, ideal und nicht mehr gesund ist. Denn wie Paracelsus schon sagte: „Nichts ist Gift, alles ist Gift – alleine die Dosis macht das Gift“.  Wir bieten Ihnen Informationen stets nach einer fundierten Recherche. Wir forschen intensiv nach den neuesten Studien, in denen sich die Naturheilmittel unter strengen Tests bewähren mussten. Und wo sich ein angepriesenes Mittel nachweislich als Mummenschanz und Quacksalberei entpuppt hat, lassen wir Sie das ebenfalls wissen. 

Quellenangabe

Fontainea bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 10. Januar 2020.

Fontainea im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland, abgerufen am 10. Januar 2020.