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Erythrit – Zuckerersatz, Wirkung, Anwendung | Wo kaufen?

Der Kampf gegen die Fettsucht wird an vielen Fronten gekämpft. Neben den Fetten und Kohlehydraten ist immer noch der Zucker (der seinerseits auch ein Kohlenhydrat ist) als Hauptfeind der Diabetiker und Übergewichtigen ausgemacht. Und so wird ein ums andere Mal ein neues Mittel vorgestellt, welches als ungefährlicher, schlank machender oder sogar gesunder Ersatzstoff für den herkömmlichen Zucker dienen soll. Vorweg gesagt: Wenn jemand tatsächlich eine Abnehmpille erfunden hätte, dann hätte das eine mediale Aufmerksamkeit wie beispielsweise Viagra nach sich gezogen. Das Echo rund um Erythrit ist jedoch recht verhalten. Wir haben es uns genauer angesehen und sind zu dem Schluss gekommen, dass es wohl zu den „besseren“ Zucker-Ersatzstoffen gehört. Es hat viele Vorteile, dass es von anderen Derivaten und Süßungsmitteln unterscheidet. Jedoch gibt es ein grundsätzliches Problem mit alternativen Süßungsmitteln. Man mag die Zunge täuschen können – die Rezeptoren des Körpers jedoch nicht. Deshalb besteht auch beim Erythrit die Gefahr, dass man sein Problem eher verschlimmert als verbessert.

Ist Erythrit gefährlich?

So viel kann jedoch schon einmal gesagt werden: Erythrit ist nicht gefährlich, nicht giftig und erzeugt auch keinen Krebs. Wenn es das wäre, dann wären Pistazien, Melonen und viele andere Früchte und Naturprodukte mehr verboten. Denn trotz seines chemisch klingenden Namens ist Erythrit tatsächlich ein Naturprodukt. Grundstoff für Erythrit ist Mais oder die Zuckerrübe. Bei diesem Stoff handelt es sich um einen Zucker-Alkohol. Das ist kein Schnaps, sondern eine besondere chemische Verbindung, die als Süßungsmittel einige Vorteile, vor allem gegenüber den alternativen Süßungsmitteln bietet.

Gefährlich ist Erythrit nur für den Geldbeutel. Die gleiche Menge Erythrit kostet ca. das 10fache, wie die gleiche Menge Zucker. Allerdings hat dieser Zuckeralkohol nur knapp 65 % der Süßkraft wie normaler Haushaltszucker. Für den gleichen Süßungseffekt sind daher 150-160% der Menge erforderlich, die mit normalem Zucker zu erreichen wäre. Im Endeffekt ist daher Erythrit durch den Preisunterschied und die schwächere Süßkraft ca. 15x so teuer wie normaler Haushaltszucker. Und als vollwertigen Ersatz kann es nicht gelten. Es unterscheidet sich geschmacklich und von der Konsistenz her in vielen Punkten zum herkömmlichen Zucker.

Erythrit kaufen

Einer der üblichen Handelsnahme für Erythrit ist „Xucker“. Dieser ist inzwischen fast überall erhältlich. Drogerie-Märkte haben ihn mit Sicherheit, ebenso Reformhäuser. Gelegentlich wird er sogar in Discountern angeboten.

 

Auf was muss man beim Kauf aufpassen?

An dieser Stelle empfehlen wir normalerweise auf Bioqualität und gentechnikfrei zu achten. Jedoch unterscheidet sich der Erythrit hier von anderen Nahrungsergänzungsmitteln. Gegenwärtig wird dieser Zucker-Ersatzstoff aus Mais oder Rüben gewonnen. Dazu sind die Reststoffe aus der normalen Zuckerproduktion gut geeignet. Jedoch ist das Verfahren sehr aufwändig und macht das Produkt schlussendlich teuer. Bei herkömmlichem Erythrit muss man bereits mit dem 15-fachen Preis von Haushaltszucker rechnen. Wenn dann noch auf Bioqualität geachtet wird, kann sich der Endpreis nochmals verdoppeln.

Anders sieht es hingegen mit Erythrit aus, der mit Hilfe von Gentechnik hergestellt wurde. Gegenwärtig gibt es zwar kein entsprechendes Produkt zu kaufen. Die Forschungen und vor allem die Zulassungsverfahren laufen jedoch bereits auf Hochtouren. Bei diesem Verfahren wird das Erythrit mit Hilfe eines genmanipulierten Hefepilzes aus Stroh gewonnen. Das verbilligt das Produkt erheblich, so dass es preislich nicht mehr so exorbitant über dem Haushaltszucker liegen wird. Die Forscher sind der Meinung, dass sich der Preis sogar in der Nähe des Zuckerpreises orientieren wird. In diesem Fall wird das Erythrit massentauglich und kein Luxusprodukt mehr.

Erythrit ist durchaus in der Lage, Menschen beim Abnehmen zu helfen. Jedoch ist dafür mehr notwendig, als nur den Zucker auszutauschen. Man kann es daher nur als einen Baustein von vielen sehen, um den Zuckerkonsum zu senken. Doch wenn mit Hilfe der Gentechnik dieses Ziel für mehr Menschen erreichbar wird, möchten wir an dieser Stelle eine Lanze für diesen Ansatz brechen.

 

Erythrit-Produkte: Welche Darreichungsformen gibt es?

Die übliche Darreichungsform von Erythrit ist die 500 Gramm Dose „Xucker“ zu ca. 7 Euro. Ansonsten wird es hauptsächlich in verarbeiteter Form in Backwaren oder Süßigkeiten angeboten.

Ein weiteres, sehr interessantes Produkt aus Erythrit ist der Erythrit-Gelierzucker. Mit diesem Produkt lassen sich wohlschmeckende aber sehr kalorienarme Marmeladen, Gelees und Konfitüren herstellen.

Anwendung und Wirkung

Die reinen Fakten rund um Erythrit sprechen durchaus für seine Verwendung als Zucker-Ersatzstoff. Zunächst ist da der Kaloriengehalt zu nennen: Erythrit hat gerade einmal 20 kcal auf 100 Gramm. Zucker hat hingegen 400 kcal. Auch das bekannte Xylit liegt mit 220 kcal deutlich über dem Erythrit.

Erythrit hat außerdem einen überraschenden Nebeneffekt: Es ist äußerst aktiv gegen Karies-Bakterien. Diese nehmen denn Zuckeralkohol wie normalen Haushaltszucker auf, können ihn aber nicht verarbeiten. Sie sterben dadurch ab – die Verwendung von Erythrit ist damit eine wirksame Maßnahme für die Mundhygiene.

Geschmacklich ist Erythrit jedoch nicht mit Zucker zu vergleichen. Pur genossen, fällt zunächst sein kühlender Effekt auf der Zunge auf. Erythrit verbraucht beim Zerfallen Energie und diese zieht es aus der Umgebungswärme. Das zweite, was auffällt ist, dass es nicht so gut zerfällt wie Zucker. Es schmeckt immer etwas körnig, knusprig, granuliert. Deshalb eignet es sich auch nicht optimal zum Süßen von Tee oder Kaffee. Es löst sich schlecht auf und hat einen herb-scharfen Beigeschmack.

Wo es seine Stärke ausspielt, das ist in Süßspeisen. Pudding, Porridge, Müsli können mit Erythrit deutlich kalorienärmer zubereitet werden. Dazu zermahlt man den Zucker-Ersatzstoff aber vorher gründlich zu einem feinen Pulver, sonst wird das Müsli zu einer „knirschenden“ Sache. Zum Zermahlen eignet sich eine normale Küchenmaschine mit Hackwerk.

Die Wirkung von Erythrit ist aber so eine Sache: Natürlich kann man mit diesem Derivat seinen Frühstücksporridge gut und gefahrlos süßen. Die Zunge sendet jedoch Signale an das Gehirn, dass jetzt mit erhöhter Zuckeraufnahme gerechnet werden muss. Die Bauchspeicheldrüse reagiert entsprechend mit der erhöhten Ausschüttung von Insulin – aber der Anstieg vom Blutzuckerspiegel bleibt aus. Das Ergebnis ist: Heißhunger. Ein Übermaß von Insulin im Blut wird immer mit einem Heißhunger auf Süßspeisen oder leicht verdaulichen Kohlehydraten quittiert. Dieser Effekt ist besonders dramatisch, wenn gerade mit einer Nahrungsumstellung begonnen wurde.

Übergewicht geht häufig mit einer Zucker-Sucht einher. Es ist daher fatal, wenn von jetzt auf gleich von normalem Zucker auf Erythrit umgestellt wird. Die Zucker-Sucht muss, wie jede andere Sucht auch, mit einem Entzug bekämpft werden. Erythrit kann hierbei helfen, jedoch nur wenn es korrekt angewendet wird.

Wir empfehlen daher folgendes: Wenn man daran gewöhnt ist, morgens drei Teelöffel Zucker im Müsli zu verwenden, dann kann man diesen schrittweise durch Erythrit ersetzen. Wenn man wöchentlich einen halben Teelöffel Zucker gegen Erythrit austauscht, gewöhnt sich der Körper allmählich an die reduzierte Zuckermenge.

Der Zucker-Entzug ist nicht zu verachten. Viele Diäten und Nahrungsumstellungen scheitern schon nach wenigen Wochen, weil der Körper einfach verrücktspielt. Man ist missgelaunt, müde, hat Kopfschmerzen. Erythrit kann diese Symptome weder lindern noch verschwinden lassen. Da muss man ganz einfach durch. Durchschnittlich dauert dieser Entzug 3-4 Tage, dann hat man es geschafft.

Hat man den Entzug überwunden, kann Erythrit vollständig als Zucker-Ersatzstoff verwendet werden.

Nebenwirkungen

Erythrit kann bei übermäßigem Konsum Durchfall erzeugen. Dies kommt vor allem durch die Irritation der Darmbakterien, die mit dem Zucker-Alkohol praktisch nichts anfangen können. Eine positive Nebenwirkung ist, dass es Kariesbakterien absterben lässt. Die gravierendste Nebenwirkung von Erythrit (und jedem anderem Zucker-Ersatzstoff) ist, dass es einen Heißhunger auf Süßes auslösen kann. Damit wird dann genau der gegenteilige Effekt erreicht, den man eigentlich erzielen wollte.

 

Wie jeder Zucker-Ersatzstoff, kann Erythrit bei übermäßigem Genuss Blähungen verursachen. Diese sind zwar nicht so stark wie beim Xylit, sollten aber dennoch benannt werden. Die Blähungen gehen nach dem Ausscheiden des überschüssigen Erythrits aber wieder weg.

 

Ist Erythrit gefährlich, giftig oder krebserregend?

Es liegen keine Erkenntnisse über eine potentielle Krebsgefahr vor, die von Erythrit ausgehen würde. Auch steht es bis heute unter keinerlei Verdacht, einem Krebs Vorschub zu leisten.

Was die Giftigkeit von Erythrit angeht, gibt es nur Positives zu berichten: Es ist nicht nur für den Mensch völlig ungiftig. Vor allem ist es auch für Tiere ungefährlich. Damit unterscheidet sich Erythrit deutlich von anderen Zucker-Ersatzstoffen, wie beispielsweise Xylit.

Der Insulin ausschüttende Effekt von Erythrit ist vergleichsweise gering und bestenfalls durch den Heißhunger unangenehm. Bei Xylit ist dieser Effekt aber nicht nur deutlich messbar. Es hat für Tiere, insbesondere Hunde, lebensbedrohliche Eigenschaften. Im schlimmsten Fall droht einem Hund, der Xylit gefressen hat, ein irreparabler Leberschaden. Diese Gefahr besteht bei Erythrit nicht.

Allerdings ist Erythrit für eine Sorte Tiere tödlich – für Fruchtfliegen. Es ist als hochspezifisch wirksames und für andere Organismen ungefährliches Insektizid zugelassen.

Dosierung & Einnahme

Ist Erythrit gut für Diabetiker?

Erythrit ist für Diabetiker sehr gut geeignet. Es hat einen senkenden Effekt auf den Blutzuckerspiegel.

Allerdings gilt auch für den Erythrit wie für jeden anderen Zucker-Ersatzstoff: Lieber Zucker in Maßen als Zucker-Ersatz in Massen zu sich nehmen. Der ohnehin gestörte Hormonhaushalt von Diabetikern kann durch übermäßigen Konsum von Erythrit zusätzlich durcheinander geraten. Heißhungerattacken oder sogar eine gefährliche Unterzuckerung sind beim übermäßigen Konsum von Erythrit bei Diabetikern nicht ausgeschlossen. Falls ein Diabetiker aber Erythrit ausprobieren möchte, empfehlen wir, dies nach Absprache mit dem Arzt und schrittweise zu tun.

 

Wie oft kann man Erythrit einnehmen?

Erythrit ist als normaler Zuckerersatz tauglich. Er lässt sich problemlos in einer Süßspeise oder zum Backen verwenden. In Tee oder Kaffee ist sein Geschmack jedoch gewöhnungsbedürftig. Doch hier kann man sich mit einer 50-50 Mischung aus Erythrit und Zucker helfen, die Kalorien und den Zucker zu reduzieren.

Was ist Erythrit?

Erythrit ist ein Zucker-Alkohol, der aus Mais oder aus Rüben gewonnen wird. Ein alternativer Grundstoff für Erythrit ist Stroh. Für diese Form der Gewinnung ist aber ein genmanipulierter Schimmelpilz erforderlich.

Erythrit hat 20 Kcal auf 100 Gramm. Er gilt damit als kalorienärmster Zucker-Ersatzstoff. Erythrit  ist sehr gut für die Zähne da es Karies-Bakterien vernichtet. Er wird als grobkörniges Granulat angeboten. Anders als Zucker, löst sich Erythrit schlecht im Wasser auf. Zum Backen ist er gut geeignet, sollte aber nochmals fein zermahlen werden.

Die süßende Wirkung von Erythrit ist als „mild“ zu bezeichnen. Sie erreicht nur 60% der Süße von Zucker. Pur im Mund genossen, schmeckt es kühl und leicht scharf. Die Bio-Variante aus Mais oder Rüben sehr teuer (20 x der Preis von Haushaltszucker) außerdem hat es nur 70% der Süßkraft von Zucker. Darum muss 50% mehr Erythrit genommen werden, als Zucker. Die gentechnische Variante soll wesentlich billiger werden.

 

Unsere Meinung: Zuckerersatz, aber kein Wundermittel

Zusammengefasst sagen wir: Wenn Zuckerersatz dann Erythrit. Die geringen Nebenwirkungen und sein positiver Effekt für die Zähne haben uns von diesem Derivat für Haushaltszucker überzeugt. Auch das Erythrit ungefährlich für Tiere ist, halten wir für eine sehr positive Eigenschaft. Schließlich sind seine äußerst geringen Kalorien für uns der Hauptgrund, es als Zuckerersatz zu bevorzugen. Jedoch bleibt jeder Zuckerersatz eine Täuschung des Körpers. Dagegen wird er sich auch beim Erythrit durch einen Heißhunger wehren. Erythrit sollte deshalb nicht schlagartig, sondern allmählich gegen Zucker ausgetauscht werden. So wird die Heißhungerphase abgemildert.

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Herbert Havera ist Autor und beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit der Thematik Ernährung/ Gesundheit. In seiner Recherche sind mehrere Stunden an Arbeit geflossen bzw. stehen wir generell im engen Kontakt mit Forschungseinrichtungen, Mediziner und Anwendern. Dank der wertvollen Informationen aus unserem Netzwerk, sind wir in der Lage stets fundierte Informationen rund um Heilmittel bieten, die uns die Natur freiwillig anbietet. Der enorme Vorteil von Naturheilmitteln ist, dass sie meistens frei von Nebenwirkungen sind. Dennoch dürfen sie nicht hemmungslos konsumiert werden. Wir klären Sie darüber auf, welche Tagesdosis unbedenklich, ideal und nicht mehr gesund ist. Denn wie Paracelsus schon sagte: „Nichts ist Gift, alles ist Gift – alleine die Dosis macht das Gift“.  Wir bieten Ihnen Informationen stets nach einer fundierten Recherche. Wir forschen intensiv nach den neuesten Studien, in denen sich die Naturheilmittel unter strengen Tests bewähren mussten. Und wo sich ein angepriesenes Mittel nachweislich als Mummenschanz und Quacksalberei entpuppt hat, lassen wir Sie das ebenfalls wissen. 

Quellenangabe

Kurt Rosenplenter, U. Nöhle (Hrsg.): Handbuch Süßungsmittel. 2. Auflage, Behr‘s Verlag, 2007, ISBN 978-3-89947-262-2, S. 431.

Erythrit. zusatzstoffe-online.de, abgerufen am 22. September 2019.

Opinion of the Scientific Committee on Food on Erythritol (PDF; 314 kB). SCF/CS/ADD/EDUL/215 Final, 24. März 2003.

Erythrit – der Süßstoff, den der Körper selbst herstellt Presseinformation der TU Braunschweig vom 8. Mai 2017, abgerufen am 22. September 2019.

Kaitlin M. Baudier, Simon D. Kaschock-Marenda, Nirali Patel, Katherine L. Diangelus, Sean O’Donnell, Daniel R. Marenda, Frederic Marion-Poll: Erythritol, a Non-Nutritive Sugar Alcohol Sweetener and the Main Component of Truvia, Is a Palatable Ingested Insecticide. In: PLoS ONE. 9, 2014, S. e98949, doi:10.1371/journal.pone.0098949.

Tödlicher Süßstoff. wissenschaft.de, abgerufen am 22. September 2019.

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